MATHY-Umrüstung und Wartung an einem VW T4 Multivan

11.03.2021 Do-It-Yourself

Nun haben wir den Salat. Lockdown Nummer 2 oder 3 ist in Kraft, die Themen „Van-Life“ und Urlaub in der Heimat sind ein neuer Trend und nicht nur eine Alternative für den Pauschalurlaub.

Wie passend, wenn man zufällig eines der beliebtesten Fahrzeuge für den „VAN-Lifestyle“ vor der Haustür hat. Da ich aber bis zum Frühjahr noch etwas Zeit habe und ich ja auch Urlaub im Wortsinn machen möchte, beschloss ich mit Papa´s Hilfe (Danke!!!) den T4 einer Generalüberholung zu unterziehen. Auf der Autobahn nach Dänemark oder in Schweden mit einer banalen Panne zu stranden ist kein Urlaub, sondern Stress. Also frisch ans Werk. Was aus dem zuerst angedachten Ölwechsel wurde, möchte ich euch in ein paar Bildern erzählen. Tipps für Nachahmer stehen jeweils im Text oder unter den entsprechenden Bildern. Viel Spaß!

Hier findet Ihr eine kleine Beschreibung der einzelnen Schritte und Arbeiten die es zu beachten gilt. Ganz wichtig! Diese bebilderte Story hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit oder liefert verlässliche Daten. Es ist eine Hilfestellung für „Do-it-yourself“-Schrauber, für interessierte Leser und T4-Besitzer.

Daten des Fahrzeugs:

  • VW Multivan T4, Baujahr 1996, km-Stand: 369.900
  • Motor: 2.5L Benzinmotor, 5-Zylinder
  • Getriebe: Automatikgetriebe – Wandler / 4-Gang
  • Servolenkung, Zahnriemensteuerung, Klimatronic

Die Produkte die ich verwendet habe:

Part I - Motor-Ölwechsel

Motor warm laufen lassen und MATHY-C Motorinnenreiniger einfüllen. Öldeckel wieder schließen und den Motor 10 Minuten im Standgas laufen lassen (nicht fahren). Während dieser Phase reinigt das MATHY-C die mechanischen Bauteile im Ventiltrieb, die Kolbenringe und alles was vom Motoröl umspült wird (Ölsieb, Ölpumpe und Ölkanäle im Motorinneren).

Jetzt den Bus mit der Hebebühne auf eine rückenfreundliche Arbeitshöhe anheben, und die Unterbodenverkleidung entfernen. Ablassschraube öffnen. Vorsicht ! Das Öl „schießt“ einem entgegen, weil die Schraube seitlich an der Ölwanne sitzt. Also die Auffangwanne richtig positionieren, sonst gibt’s eine Sauerei.

Anschließend den alten Ölfilter gegen einen neuen tauschen. Achtung! Der Ölfilter ist bei diesem Motor nur von unten zu erreichen. Er sitzt direkt über der rechten Antriebswelle am Motorblock. Ohne Auffahrrampen oder Hebebühne praktisch nicht zu erreichen.

Tipp: Der Ölkühlerflansch ist die Aufnahme für den Ölfilter (dort wo die beiden Gummischläuche dran sitzen). Oft ist der sog. Hohlstift vom Flansch/Ölkühler lose/verschlissen. Das merkt man, wenn man den Ölfilter hin und her bewegen kann, obwohl dieser bereits handfest angezogen ist. In diesem Fall sind meist auch die Ölfilter und besagte Schläuche ölverschmiert.

Nun dreht Ihr die Ablassschraube mit neuem Kupfer/Alu-Dichtring wieder in die Ölwanne. Achtung! Nicht zu fest anziehen (50 NM). Wenn man keinen Drehmomentschlüssel hat: Handfest, plus eine viertel Umdrehung.

Part II - Automatik-Getriebeöl wechseln

Da wir nun schon unterm Auto sind lassen wir auch gleich das Öl aus dem Automatikgetriebe ab. Leider wird immer noch oft behauptet, dass es sich um eine sogenannte „Lebensfüllung“ des Getriebeöls handelt (sogar von einigen Werkstätten!). Das ist natürlich völliger Quatsch, weil es ebenso verschleißt wie Motoröl.

Zu dem Thema auch gerne mal den MATHY-Blog lesen "Ist ein Ölwechsel beim Automatikgetriebe wirklich notwendig".

Hier kann man gut sehen wie das ATF-Öl nach (geschätzt) 150tkm++ aussieht. Im Neuzustand ist dieses ATF-ÖL glänzend/rötlich und klar. Das war bei meinem Bus nicht der Fall, wie man hier deutlich sieht. Ein Wunder, dass der Bus überhaupt noch fuhr bei der „Dreckbrühe“.

Nachdem das alte Öl abgelassen ist, entfernt man die Ölwanne des Automatikgetriebes. Dort habe ich dann DAS gefunden.
Ein Magnet voller feiner Späne, die zu einer breiartigen Masse verklebt waren.

Achtung! Die Ölwanne und den darin befindlichen Magneten unbedingt reinigen. Wie viele Metall-Partikel sich in Form von grauem Schleim dort abgesetzt haben kann man hier recht gut sehen. Und DAS beweist wohl auch dem letzten Zweifler, dass es KEINE Lebensfüllung bei Automatik-Getrieben gibt.

Also schön putzen und das Ergebnis bestaunen ;-). Ganz nebenbei gesagt: Der Bus wurde bis 300.000 km Scheckheft gepflegt. Bis 220.000 km sogar bei der Vertragswerkstatt.

Ebenso die Getriebe-Ölwanne reinigen und den sauberen Magneten wieder an die dafür vorgesehene Stelle legen. Die auf dem Foto zu sehenden Rückstände haben sich über die Zeit schon sichtbar in den Lack bzw. ins Metall „gefressen“. TIPP: Besser alle 60.000 bis 80.000 km das Automatikgetriebeöl wechseln und nicht immer auf das vertrauen, was die Bedienungsanleitung schreibt, sondern auf das, was einem der technische Verstand sagt: "Lebensfüllung" = Blödsinn. Sonst sieht es so aus wie bei mir.

Jetzt den neuen Getriebeölfilter einsetzen und die Ölwanne des AT-Getriebes wieder mit einer neuen Gummidichtung montieren. ACHTUNG ! Auf korrekten Sitz der Dichtung (siehe Pfeil) und des Filters achten. Der Filter wird lediglich eingerastet und die Dichtung muss glatt und sauber anliegen. Die Schrauben der Getriebe-Ölwanne haben Distanzhülsen aus Alu, welche ein Quetschen der Dichtung bzw. zu starkes festziehen (nur 14 Nm) der Schrauben vermeiden helfen.
 

Part III - Refill mit MATHY-Additiven

Alle Schrauben sitzen und alles ist wieder korrekt unter dem Auto montiert. Also runter mit dem Bus und wir fangen an unsere Öle mit den MATHY-Additive zu mischen. Da zur korrekten Befüllung des Automatik-Getriebes der Motor laufen muss beginne ich mit dem Motoröl-MATHY-M-DropStop-Gemisch. Da ich genau 5,4L (inkl. MATHY-C Motorinnenreiniger) abgelassen habe, fülle ich jetzt 5L wieder auf.

Zusammensetzung:

  • 4,25L MATHY-Motoröl in der Viskosität 10W-40
  • 0,25L MATHY-DropStop DichtungsAdditiv (vorsorglich zur Pflege der Wellendichtringe)
  • 0,5L MATHY-M Motoröl-Additiv

Ich habe es vorher (fürs Foto) in einer Ölkanne gemischt. Selbstverständlich kann man die einzelnen Additive und das Öl auch nacheinander in den Motor füllen.
Um das Automatikgetriebe wieder zu befüllen benötigt man bei diesem Getriebe eine sogenannte „Ölschleuder“. Mit dieser pumpt man das Öl über einen Schlauch in die Einfüllschraube bzw. das Überlaufrohr ins Automatik-Getriebe. Die Ölschleuder habe ich befüllt mit 4,5L ATF 052 Öl und 500ml MATHY-TA Automatikgetriebe-Additiv.

Part IV – Abschlussprüfung und Probefahrt

Wer jetzt denkt, es wäre nicht nur mit dem Tausch und/oder dem „Tuning“ von Ölen und Betriebsstoffen getan, liegt damit goldrichtig. Erneuert habe ich weiterhin: Zahnriemen+Wasserpumpe, Bremsscheiben+Klötze rundum, Klimakompressor+Trockner, sämtliche Filter für Luft, Benzin, und Öle, Zündanlage+Kabel und Kerzen, 4x Bilstein-Stossdämpfer, Koppelstangen, Antriebswellenmanschetten, kompletten Edelstahlauspuff von FOX, Fahrersitz durch einen Sportsitz getauscht, Batterie, Scheibenwischer, und etliche Kleinteile.

Für sämtliche Ersatzteile und Öle habe ich ~1800€ ausgegeben. Die Arbeitsstunden beliefen sich auf etwa 40 Stunden bzw. 5 Wochenenden mit Schmierfingern.

Fazit

Nach bisher etwa 3000km seit dem die MATHY-Produkte im Fahrzeug sind, kann ich es nur jedem empfehlen. Der 5-Zylinder Motor läuft sauberer und das Getriebe hat wieder spürbare Gangwechsel. Als ich den Bus vor ein paar Wochen kaufte, fühlte es sich an als hätte man die Handbremse vergessen zu lösen.

Das Automatikgetriebe vermittelte mir das Gefühl, als wäre schlicht nur EIN Gang drin, welcher den Bus nur mit viel Drehzahl wiederwillig in Fahrt bzw. zu einer Vorwärtbewegung verhelfen konnte. Damals wollte ich aufgrund der schlechten Gangwechsel, das Automatik-Getriebe beim Fachmann überholen lassen. Die rund 2000€ die dafür schon verplant waren habe ich jetzt dank der MATHY-Aditive in die komplette Reparatur aller Verschleißteile investieren können.

Abschließend kann ich folgende Fakten liefern:

  • Benzinverbrauch vorher: 16,5L / 100km (ist ja auch eine fahrende Einbauküche)
  • Benzinverbrauch nachher: 13,8L / 100km (Überland / Stadt / Autobahn…TOP!)
  • MATHY Benzin-Kur gemacht, und bei jedem Tanken MATHY-FB zugegeben
  • Ölverbrauch/Ölverlust: NULL! (Dank MATHY-Drop-Stop auch kein „Schwitzen“ mehr)
  • Gangwechsel sind sauber und viel definierter (man sieht am Drehzahlmesser wie die 4 Gänge sauber durchschalten)
  • Das Gefühl der „angezogenen Handbremse“ ist komplett weg (Nein, es lag nicht an der alten Bremse ;-)

Jetzt geht’s auf Reisen mit „Manfred“ dem „Bulli“. Mit ruhigem Gewissen, weil ich weiß was alles NEU ist. Danke an Paps und die Firma MATHY aus Soltau für den Support und die Beratung. Wenn ich jemanden jetzt inspiriert habe und Ihr auch im Sinne der Nachhaltigkeit einen alten Bus oder PKW restaurieren/reparieren möchtet, ruft in Soltau an und lasst Euch beraten bevor Ihr einfach im Internet irgendwelche Öle bestellt. Hat sich wirklich gelohnt!

Beste Grüße, Jana S. aus Hamburg

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